30.08.12

Filmreview: "Das Kind" (Zsolt Básc)




Quelle: kino.de


Offizieller Filmstart: 18.10.2012
Laufzeit: 118min
Regie: Zslot Básc
Darsteller: Eric Roberts, Christian Traeumer, Ben Becker, Sunny Morbey, Didi Hallervorden


Darauf haben viele Leser schon sehnsüchtig gewartet: „Das Kind“ von Sebastian Fitzek kommt endlich ins Kino! Am 29.08.12 gab es in 15 deutschen Städten (darunter auch Berlin, Köln und Hannover) eine Filmpreview, wo man bereits den Film vorab sehen konnte. Aus reiner Neugier habe ich es mir auch nicht nehmen lassen und habe mir im Vorfeld mit ein paar Freunden auch Karten gesichert. Zwar ist es schon eine Weile her, dass ich das Buch gelesen habe, aber im Nachhinein muss ich sagen, dass es auch gut so war. So konnte ich den Film als eigenes Medium betrachten und habe nicht automatisch alles mit dem Buch verglichen.
 
Im Film geht es um den 10-jährigen todkranken Simon Sachs, der fest davon überzeugt ist in seinem früheren Leben ein Massenmörder gewesen zu sein. Zusammen mit seiner Betreuerin Carina Freitag und seinem Anwalt Robert Stern geht es auf die Suche nach den Leichen und bald wird klar, dass Robert Stern tiefer mit drin steckt als man vorher ahnt. 

Allgemein fand ich den Film eigentlich ganz ok. Mir hat der Stil sehr gefallen, wobei versucht wurde den Film dadurch auf eine internationale Ebene zu bringen, da man mit dieser Produktion auch auf internationalen Festivals punkten möchte. Jedoch fand ich die meisten Schauspieler von der Darstellung ein wenig zu schwach. Sie brachten die geforderten Emotionen an vielen Stellen einfach nicht so ausdrucksstark rüber, wie man das in den Situationen einfach erwartet. Ben Becker, der einen ehemaligen Klienten Sterns spielt, glänzt zwar wieder in seiner üblichen Rolle als Rowdy und böser Kerl, aber er ist einer der wenigen Ausnahmen. Auch Christian Traeumer als Simon Sachs fand ich überzeugend dargestellt, nur war die deutsche Synchronisation etwas schwach.

Mein persönliches Highlight war Didi Hallervorden als Herr Stiemer, einem pädophilen Millionär. Ein Raunen ging durchs Publikum, als er das erste Mal mit seiner Filmpartnerin zu sehen war. Viele waren geschockt oder überrascht, weil sie mit ihm so gar nicht gerechnet haben. Kennen ihn doch viele nur als Spaßvogel á la „Palim Palim.“  Aber genau diese perverse, verrückte und gleichzeitig komische Art brachte Hallervorden am besten rüber. So hat er gezeigt, dass er auch ernstere Rollen spielen kann als ständig nach dem Titelsong von „Dr. Schiwago“ zu fragen.

Der Film hat sich sehr an der Geschichte des Buches orientiert, was viele Leser sicher auch freuen wird. Zwar gibt es auch einige Änderungen, aber das ist auch völlig ok. Man kann ein Buch nicht einfach eins zu eins umsetzen.

Ein tolles Gimmick war der Abspann, wo sämtliche Namen von Fans, die sich im Internet dafür angemeldet hatten, zu sehen waren. Er wurde von uns allen sehr gefeiert  und es war amüsant zu erleben, wie sich die Leute gefreut haben, als ihr Name zu sehen war. Eine tolle Idee.

Fazit:
Für den ersten Versuch hat die Filmcrew rund um Básc, Fitzek und Co. eine gute Leistung abgeliefert. Klar, es ist nicht alles perfekt, aber man kann einfach auch keine Blockbusterproduktion erwarten, weil die finanziellen Mittel einfach nicht gegeben sind. Als Zuschauer fühlt man sich jedenfalls gut unterhalten. Sollte der Film beim allgemeinen Publikum auch gut ankommen, wäre eine weitere Verfilmung bestimmt möglich. Jetzt bin ich aber erst einmal gespannt, wie sich der Film durchsetzen wird. 


3,5 / 5 Sterne


PS:
Weitere Informationen zum Film findet Ihr auf der offiziellen Homepage oder auf der Facebookseite.



Kommentare:

  1. So im Nachhinein muss ich sagen, dass ich den Anfang richtig gelungen fand (hab ich auch so bei der Umfrage gesagt). Die Machart hat mich da eigentlich schon gepackt, wenn ich auch den Darsteller von Robert Stern eher nervig fand.

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